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Die Interviewreihe im A.B.S. Blog:
Eva Sartorius trifft ... Thomas Schader und Carl-Dietrich Sander: Was bedeutet die veränderte Bankenpolitik für KMU?

Die Politik der Banken bei der Kreditvergabe wird sich ändern. Das hat die aktuelle Bankenumfrage 2021 des Bundesverbands „Die KMU-Berater“ ergeben. Einer der Hauptpunkte: Die Banken stellen höhere Anforderungen an das Reporting und die Kommunikation der Unternehmen. Darauf sind viele Unternehmen, gerade kleine und mittelständische Unternehmen, (noch) nicht ausreichend vorbereitet. Wie können sich KMU auf die veränderte Bankenpolitik einstellen? Eva Sartorius, Geschäftsleitung A.B.S. Global Factoring, hat dazu die KMU-Berater Thomas Schader und Carl-Dietrich Sander zum Interview getroffen.

Die Kreditvergabepolitik der Banken ändert sich

Eva Sartorius: Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung das Bankenumfeld in den nächsten 12-18 Monaten verändern und was bedeutet das für KMU? 

Carl-Dietrich Sander: Corona hat viele Unternehmen unmittelbar im Griff mit Schließungen, Teil-Öffnungen – wir alle kennen das seit einem Jahr. Damit werden die Geschäftszahlen der so betroffenen Unternehmen für 2020 und auch 2021 schlechter ausfallen als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die staatlichen Förderungen werden die Rückgänge im Geschäft nicht vollständig kompensieren können. Für die Kreditwürdigkeit dieser Unternehmen bedeutet das eine Herabstufung. Wie deutlich diese ausfällt, hängt von drei Faktoren ab:

  • der Qualität der Zahlen bis einschließlich 2019 als Ausgangsbasis,
  • dem Ausmaß des Ertragsrückgangs 2020 und voraussichtlich 2021,
  • den weiteren Geschäftsaussichten des jeweiligen Geschäftsmodells für die Nach-Corona-Zeit.

So weit so klar. Aber auch ein Blick auf die Kreditgeber ist wichtig. Banken und Sparkassen leiden seit Jahren unter rückläufigen Erträgen. Mit Corona werden vermehrt Risikokosten auf die Kreditinstitute zukommen – mehr oder weniger heftig. Das wird deren Erträge weiter unter Druck setzen. Und damit werden sehr viele Institute deutlich vorsichtiger in der Kreditvergabe werden.

Und das wird nicht nur für die von Corona negativ betroffenen Unternehmen gelten. Die stärkere Risikovorsicht werden Banken und Sparkassen bei allen Kunden anwenden. Damit sollten sich auch nicht von Corona betroffene Unternehmen mit z.B. mittleren Bonitäten auf einen kritischeren Blick ihrer Hausbanken einstellen.

Was das konkret für Unternehmen bedeuten wird, hat eine Umfrage des Bundesverband Die KMU-Berater gezeigt. Im Januar haben die KMU-Berater Entscheider in Banken und Sparkassen gefragt, welche Veränderungen in ihren Kreditbedingungen sie aufgrund der Corona-Lage realisieren. Dabei hat sich gezeigt, dass Unternehmen mit höheren Kredithürden rechnen müssen z.B. durch

  • Forderung nach mehr Sicherheiten – auch für bereits bestehende Kredite (sog. Nachbesicherung),
  • Forderung nach persönlicher Haftung der Inhaber / Gesellschafter / Geschäftsführer,
  • Forderung nach ausreichendem Eigenkapital in der Bilanz,
  • Vorlage aktueller Zahlen, vor allem des Jahresabschluss 2020 und aktueller, aussagefähiger Betriebswirtschaftlicher Auswertungen (BWA),
  • Höhere Zinsen und Gebühren,
  • Reduzierung bestehender Kreditlinien,
  • Höhere Anforderungen an das regelmäßige Reporting durch den Kreditnehmer,
  • Vorhandensein eines Frühwarnsystems im Unternehmen.

Darauf sollten sich Unternehmen einstellen. Viele dieser Forderungen dienen ja auch dem Unternehmen und seiner gezielten Steuerung selber. Viele Unternehmen werden sich vermutlich aktuell nicht in der Lage sehen, alle diese Erwartungen zügig zu erfüllen. Dann sollten sie überlegen, Beratung für diese Themen in Anspruch zu nehmen.

Das erwarten Banken von KMU:

Eva Sartorius: Was erwarten die Banken von KMU und wie können Sie als Berater den Unternehmer konkret unterstützen, um den Anforderungen gerecht zu werden?

Thomas Schader: Die Bankenumfrage des KMU-Berater-Verbandes hat gezeigt, dass viele Aufgaben auf den Unternehmer zukommen, die neben den laufenden Aufgaben und Herausforderungen, die sich aus der aktuellen Pandemie ergeben, erledigt werden müssen. Hier sind in erster Linie die Aufgaben zur Erstellung der Unterlagen für die anstehenden Bankgespräche zu nennen. Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung die Bilanzen 2020 so früh wie möglich zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe sollte mit dem Steuerberater vorbereitet werden, der seinerseits mit den Coronahilfs-Anträgen sein Büro mehr als ausgelastet hat.

In dieser Situation müssen zusätzliche Anforderungen an das Reporting erfüllt werden, um das Unternehmen auch weiterhin mit den notwendigen Finanzmitteln auszustatten. Dies ist besonders wichtig, da damit zu rechnen ist, dass viele Banken auf die sich durch die Pandemie verschlechterten Ratings mit einer deutlichen Einschränkung, der zur Verfügung stehenden Mittel reagieren werden. Herr Sander hat bereits die möglichen Kredithürden erläutert. Der Unternehmer kann dem nur begegnen, wenn er sich entsprechend positioniert und sein Reporting an den Erwartungen der Banken orientiert. Genau hier können Unternehmensberater unterstützen und bei der Erstellung der Unterlagen dem Unternehmer beratend zur Seite stehen. Die Berater haben vielfach durch die vielen Bankgespräche ein klares Bild von den Anforderungen der Banken und dienen häufig auch als Übersetzer für die in den Banken vorhandenen Regularien und Vorschriften.

Ein individuelles Frühwarnsystem ermöglicht, Risiken rechtzeitig zu erkennen

Weiterhin erwarten die Banken zunehmend ein Frühwarnsystem in den Unternehmen. Der Mittelstand hat diese Aufgabe aber vielfach noch gar nicht im Blick gehabt. In der o.g. Umfrage haben 78 % der teilnehmenden Kreditverantwortlichen die Existenz eines Frühwarnsystems für äußerst wichtig oder sehr wichtig erachtet. Und genau bei dieser Frage kann ein Unternehmensberater weiterhelfen. Wir haben uns in der Fachgruppe Sanierung auch im Zusammenhang mit dem StaRUG (Stabilitäts- und Restrukturierungsgesetz) mit der Thematik intensiv auseinandergesetzt. Ein Frühwarnsystem muss dem Unternehmer ermöglichen, die Risiken zu erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden können und dies ist mittlerweile durch den §1 des StaRUG für alle Unternehmen mit beschränkter Haftung vorgeschrieben. Wir helfen den Unternehmen ein individuelles System aufzubauen. Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit den Mitarbeitern, die Risiken zu erarbeiten, die das Unternehmen gefährden können. Das Frühwarnsystem wird sich dabei nicht an den Krisenmerkmalen der Liquiditätskrise orientieren, sondern viel früher ansetzen, um wirklich in einer frühen Phase bereits Signale aufzuzeigen. Dies können Signale in der Zusammenarbeit mit Kunden, in der internen Leistungserstellung, in der Mitarbeiterführung aber auch in der aktuellen Liquidität sein. Das Frühwarnsystem eines Unternehmens kann ein bunter Strauß von Kennzahlen sein, die der Leitung Problemstellungen aufzeigen, die für das Unternehmen gefährlich werden können.

Kommunikation ist das A und O

Und zu guter Letzt muss der Unternehmer diese ganzen Instrumente seinen Banken kommunizieren. Unsere Umfrage hat ergeben, dass die Banken sehr viel Wert auf einer zeitnahen, offenen und realistischen Kommunikation legen. Dabei sollten die Unternehmen Problembewusstsein zeigen, aber auch detaillierte Planungsrechnungen mit unterschiedlichen Szenarien vorstellen können. Um dies zu erfüllen, stehen wir unseren Kunden zur Seite und begleiten Sie bei diesen Aufgaben.

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Mit guter Beratung Herausforderungen bewältigen

Eva Sartorius: Das Angebot an Beratern ist ja groß. Worauf sollte man bei der Auswahl achten und woran kann man sich orientieren?

Carl-Dietrich Sander: Für die Suche nach den passenden Beratern gibt es verschiedene empfehlenswerte Wege: Einige davon sind

  • Referenzen durch Unternehmerkollegen
  • Mitglieder von Beraterverbänden, die klare Qualitätsmaßstäbe an ihre Mitglieder stellen wie der BDU und Die KMU-Berater
  • Anfrage an den Steuerberater, ob er das selber qualifiziert leisten kann oder entsprechende Expertise in seinem Netzwerk hat.

Als Enscheidungskriterien würde ich den Unternehmerinnen und Unternehmern folgende Tipps mit an die Hand geben:

  • Den Beratungsinhalt und damit –auftrag klar beschreiben
  • Nur Berater auswählen, die zu diesem Thema Erfahrungen nachweisen können
  • Auf die „Chemie“ mit dem Berater achten
  • Klare schriftliche Vereinbarungen treffen mit jederzeitigem Ausstiegsrecht für den Kunden
  • Öffentliche Beratungszuschüsse wenn möglich in Anspruch nehmen

Eva Sartorius: Sie sind beide Mitglieder bzw. Leiter von Fachgruppen innerhalb des Verbandes „Die KMU-Berater“. Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit Berater-Kollegen und wie profitiert auch der Unternehmer / die Unternehmerin davon?

Thomas Schader: Die Fachgruppenarbeit bedeutet für uns Berater einen intensiven Austausch mit erfahrenen Kollegen. Gerade in den Fachgruppen (Sanierung und Finanzierung/Rating) werden auch sehr viele Themen gemeinsam vorangebracht, die der einzelne Berater in dieser Form nicht erfüllen kann, wie das Beispiel der Bankenumfrage zeigt. Gemeinsam konnten wir mehr als 800 Bankkontakte anschreiben und haben es geschafft, dass mehr als 110 Bankkontakte daran teilgenommen haben. Durch dieses umfassende Bild können wir wiederum für die Unternehmer Umsetzungsmaßnahmen ableiten, die jedes Unternehmen nutzen kann.

Und genau dies ist der Vorteil für jeden Berater, aber auch jeden Unternehmer, der durch uns beraten wird. Darüber hinaus sind die Beratungen heute vielfach so komplex geworden, dass es immer notwendiger wird, mit einem Beratungsteam den Unternehmer zu unterstützen. Wir haben deshalb häufig die Möglichkeit, die Kompetenz unserer Kollegen bei unserem Mandanten mit einzusetzen und gemeinsam das Unternehmen nach vorne zu bringen. Gerade in der gemeinsamen Fachgruppenarbeit nutzen wir die Kompetenzen der Berater zum Meinungsaustausch und bekommen auch immer wieder einen anderen Blickwinkel, den wir in der Beratung für die Unternehmer nutzen können. Wir tauschen uns über fachliche Themen, Tools und best-practise Beispiele aus. Die Fachgruppensitzungen werden so aufgebaut, dass die BeraterkollegInnen einen Nutzen für ihre eigenen Beratungspraxis mitnehmen können. Gemeinsam erarbeiten wir Themen, wie z.B. ein Risikowarnsystem oder ein Krisencheck, und formulieren Mindestanforderungen an die Beratung bis hin zu Beratungshandbüchern oder Musterunterlagen, die in der täglichen Beratungspraxis Einzug halten. Das Unternehmen profitiert also unmittelbar von den Erfahrungen aber auch durch einen anderen Blickwinkel in der Umsetzung der Beratung.

Carl-Dietrich Sander: Ich würde an dieser Stelle auch gerne noch zwei Initiativen unserer Fachgruppenarbeit in der Fachgruppe Finanzierung / Rating vorstellen. Wir erklären unseren Mandanten zum Beispiel, wie die Ratingnoten der Banken, die ja Grundlage für eine Kreditentscheidung sind, erstellt werden und geben Tipps, wie man sich auf ein Bankgespräch vorbereiten kann. Zudem haben wir eine Checkliste Unternehmensfinanzierung für den Mittelstand erarbeitet. Hier geben wir Tipps, wie KMU die Unternehmensfinanzierung für die kommenden Jahre sichern können.

Eva Sartorius: Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis und Ihnen beiden für das informative Gespräch.

Kontakt aufnehmen 

 

Zur Person

Carl-Dietrich Sander hat 20 Jahre in leitenden Funktionen in Kreditinstituten gearbeitet zuletzt als Vorstandsmitglied einer Volksbank. Seit nunmehr 20 Jahren unterstützt er als UnternehmerBerater KMU bei den Themen Liquidität steuern, Finanzierung sichern, Jahresabschluss und BWA nutzen, Rating verbessern, Kreditverhandlungen erfolgreich führen – www.cd-sander.de.

Thomas Schader ist geschäftsführender Gesellschafter und Gründer der Succeed GmbH , Dieburg. Dort berät er seit mehr als 25 Jahren inhabergeführte Unternehmen aus dem Mittelstand, insbesondere in schwierigen Situationen. Sein Ziel: „Ich möchte dazu beitragen, die Zukunft unserer Kunden erfolgreich zu gestalten. Jeder Kunde ist dabei sehr individuell und dies fordert unsere Kompetenz und Erfahrung.  Dies ist aber auch der spannende Teil unserer gemeinsamen Arbeit mit dem Kunden.“

 

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