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Unternehmensnachfolge im Mittelstand – die größten Fehler

Der über 70-jährige Unternehmer zu seinen Kindern: „So langsam reicht´s mir – ich mach das jetzt noch 5 Jahre und dann übernehmt Ihr den Laden hier…“. Was sich lustig anhört, ist Realität im deutsche Mittelstand. 60% aller Firmeninhaber von Familienunternehmen stehen in 5 Jahren vor der Unternehmensnachfolge. Das ist das Ergebnis einer KERN-Studie von 2020. Die Pandemie hat die Übergabesituation zusätzlich erschwert. In vielen Fällen wurde die Übergabe im letzten Jahr hinausgezögert. Somit steigt der Handlungsdruck bei etwa 500.000 deutschen Mittelständlern, mit denen auch Millionen von Arbeitsplätzen verbunden sind. Die Regelung einer Unternehmensnachfolge ist jedoch eine Herausforderung, die wohl überlegt und gut geplant werden sollte, denn bei der Übergabe eines Unternehmens gibt es für Abgeber und Übernehmer viele Hürden. Nicht zuletzt kommt in Familienunternehmen die emotionale Seite hinzu, die nicht zu unterschätzen ist. Häufig vergehen zwischen den ersten Überlegungen bis zur Entscheidung und vor allem bis zur Umsetzung mehr als 5 Jahre. Hier zeigen wir Ihnen einige Trends, warnen vor den häufigsten Fehlern und stellen Ihnen eine interessante Alternative zu den gängigen Finanzierungen einer Unternehmensnachfolge vor, mit der Sie die nötige Liquidität sicherstellen können.

 

Modernisierung und Digitalisierung – Im Zuge der Unternehmensnachfolge werden die Karten oft neu gemischt

Jedes zweite Unternehmen sieht akuten Modernisierungsbedarf. Doch heißt das auch, dass die Karten jetzt neu gemischt werden? Ändern sich mit dem Wechsel in der Chefetage neben dem Führungsstil auch personelle Aufstellungen oder gar das Geschäftsfeld? Je nach Unternehmen sind diese Fragen natürlich individuell zu beantworten. Und dennoch zeichnet sich ein Trend ab: Mit dem Generationenwechsel eröffnen sich für die Unternehmen viele Chancen. Insbesondere die Digitalisierung wird als Anlass genommen, sich personell neu aufzustellen und technologische Investitionen mit neuem Schwung anzugehen sowie Marketing und Markenaufbau zu intensivieren. Mit der Unternehmensnachfolge wird vielerorts auch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder verknüpft.

Interne oder externe Unternehmens­nachfolge: beides ist möglich

Von einer internen Nachfolge spricht man, wenn ein Familienmitglied die Geschäftsführung übernimmt. Grundvoraussetzung dafür ist, dass sich alle Beteiligten einig sind: Sowohl über den Zeitpunkt der Nachfolge als auch über die Konditionen und die Erwartungen innerhalb der Familie.

Das muss jedoch nicht immer der Fall sein. Auch externe Nachfolgen sind möglich. Gerade heute gibt es viele Existenzgründer, die anstelle einer Neugründung lieber ein bestehendes und funktionierendes Unternehmen übernehmen und weiterführen möchten. Nachfolgebörsen haben es sich hier zum Ziel gesetzt, Käufer und Unternehmer zu verbinden und dadurch die Unternehmensnachfolge zu sichern. Eine von diesen ist z. B. die Plattform „nexxt change“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), auf der Verkaufsangebote und Kaufgesuche vermittelt werden.

Auch eine Übernahme durch ein Mitglied aus dem Führungsteam des Unternehmens ist denkbar. Hier spricht man  vom Management-Buy-out, kurz: MBO. Der Vorteil einer externen Übernahme: Als Nachfolgerin oder Nachfolger kann man vom ersten Tag an Umsatz erwirtschaften. Das Unternehmen ist am Markt etabliert und die Mitarbeiter sind eingearbeitet. Doch ein Selbstläufer ist es meist nicht, denn um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, muss oft in Wachstum und Technologie investiert werden.

 

Diese Fehler sollte der Mittelstand bei der Unternehmensnachfolge vermeiden

Fehler #1: Die Unternehmensnachfolge zu spät planen

Ein reibungsloser Führungswechsel braucht vor allem Zeit. Auch wenn der Firmeninhaber noch nicht an den Ruhestand denkt, sollte die Unternehmensnachfolge rechtzeitig, nämlich mindestens drei bis fünf Jahre im Voraus geplant werden. Denn diese ist nicht nur für die Zukunft des Unternehmens von entscheidender Bedeutung, sondern auch schon für die Gegenwart. So spielt die geplante Art der Unternehmensnachfolge für die Investitionsbereitschaft eine wesentliche Rolle.

Fehler #2: Potenziale ungenutzt lassen

Mit dem Generationenwechsel an der Spitze sind oftmals zahlreiche Chancen verbunden. Große Veränderungen und Change-Prozesse, die beispielsweise im Bereich der Digitalisierung anstehen, können unter neuer Führung mit frischen Schwung angegangen werden. Doch trotz der für Innovationen vorteilhaften flexiblen Strukturen und flachen Hierarchien in den KMU, zeigt die Erfahrung, dass die Potenziale oftmals ungenutzt bleiben.

Fehler #3: Den Wandel auf den Schultern einiger weniger balancieren

Der Wandel zum Unternehmen der Zukunft ist ein Gemeinschaftsprojekt. Externe Nachfolger wollen Veränderungen in der Firma häufig zu schnell durchsetzen. Im Grunde ein guter Ansatz, allerdings müssen alle Mitarbeiter die Veränderungen mittragen. Hier gilt es, als externer Chef zuerst im neuen Unternehmen anzukommen und sich zu akklimatisieren. So kann leichter festgestellt werden, in welchen Bereichen die Bereitschaft der Mitarbeiter für Veränderung besonders hoch ist.

Eine Studie der  Commerzbank zeigt, dass mittelständische Unternehmen von einem heterogenen Spitzenmanagement mit einer gemischten Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit profitieren. Unternehmen, denen die Umsetzung von Veränderungen erfolgreich gelungen ist, ziehen einen Vorteil aus einem Generationswechsel und erfahrenen Managern, die von außen ins Unternehmen kommen. Junge Nachfolger und Führungskräfte unter 40 Jahren bringen häufig eine Gründermentalität in das Unternehmen und treiben unternehmerische Zukunftsprojekte voran.

Fehler #4: Den Beratungsbedarf unterschätzen

Je komplexer die Übergabesituation, desto höher ist der Beratungs- und Finanzierungsaufwand. Erfahrene Nachfolgespezialisten tragen dazu bei, den Wandel geplant und zielgerichtet zu begleiten und zu gestalten. In der Regel wird darüber hinaus noch weitere Expertise etwa von Steuerberatern, Rechtsanwälten oder Spezialisten für Mergers & Acquisitions benötigt.

Fehler #5: Die Unternehmensfinanzierung nicht zukunftsfähig aufzustellen

Im Rahmen der Übergabe müssen – abgestimmt auf den Übertragungsweg – zudem geeignete Finanzierungslösungen für die Nachfolge gefunden werden. Die Finanzierung eines Übergabeprozesses ist häufig ein Thema von besonderer Brisanz. Helmut Karrer, Vorstand von A.B.S. Global Factoring, weiß: „Keine Nachfolge gleicht der anderen – daher sind Lösungen von der Stange hier nicht zu empfehlen. Es muss immer im Einzelfall gemeinsam mit der Hausbank und erfahrenen Spezialisten ein tragfähiges Konzept erstellt werden.“ Dabei ist die Rede von echtem Eigenkapital des Käufers, klassischen Bankkrediten, alternativen Finanzierungsinstrumenten wie Factoring aber auch von öffentlich geförderten Darlehen, die Zinskosten senken können.

Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, ausreichend Liquidität für mögliche strategische Neuausrichtungen sicher zu stellen.

 

Factoring als tragfähiges Konzept für die Nachfolgefinanzierung

Das ist in der Praxis bei großen Unternehmen oftmals deutlich einfacher als bei kleinen. „Viele kleinere Unternehmen haben bisher noch nicht den Wert von Factoring bei der Unternehmensnachfolge erkannt“, ergänzt Helmut Karrer. „Liquiditätszufluss ist sicherlich ein Hauptvorteil, aber auch die Verbesserung der Eigenkapitalquote und damit des Ratings sowie die Möglichkeit, günstigere Einkaufskonditionen zu erzielen, steigern den Unternehmenswert – und der ist im Übergabeprozess immer der springende Punkt. Bei konkreten Anforderungen sind wir gerne Ihr Sparringspartner und finden mit Ihnen gemeinsam geeignete Finanzierungslösungen.“

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