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A.B.S. trifft .... Markus Rupprecht: Supply Chain Finance sichert stabile Lieferketten auch in Krisenzeiten

Um krisenbedingte Liquiditätsengpässe zu überwinden, sind Zulieferer in der Vergangenheit häufig mit langen Zahlungszielen ausgehungert worden. Doch man darf eine schwierige wirtschaftliche Lage auf keinen Fall auf dem Rücken der Lieferanten austragen. Wenn finanziell angeschlagene Zulieferer in die Insolvenz rutschen, ist niemandem geholfen! Um zu erfahren, welche Instrumente es gibt, die Lieferbeziehungen zu sichern, hat sich Thorsten Klindworth, CEO der A.B.S. Global Factoring AG, mit Markus Rupprecht, CEO von Traxpay, zum Interview getroffen und verschiedene Supply Chain Finance-Instrumente verglichen.

 

Thorsten Klindworth: Aktuell kämpfen einige Unternehmen mit Liquiditätsengpässen. Wie kann Supply Chain Finance helfen?

Markus Rupprecht: Die Invasion Russlands in der Ukraine, die Corona-Lockdowns, das Evergreen-Containerschiff: Immer häufiger wird uns vor Augen geführt, wie sehr die globalen Warenströme zusammenhängen – und wie verletzlich sie sind. In der Folge kämpfen viele Unternehmen mit Liquiditätsengpässen. Klassische Maßnahmen wie die Verlängerung von Zahlungszielen können für kleinere Lieferanten jedoch das Aus bedeuten. Damit ist keinem gedient. Für viele Unternehmen kann hier Supply Chain Finance (SCF) Abhilfe schaffen. Richtig umgesetzt, profitieren alle Parteien – Käufer und Lieferanten.

SCF-Instrumente wie Dynamic Discounting oder Reverse Factoring sind eine wichtige Stellschraube zur Stabilisierung von Lieferketten. Bei Zulieferern bindet beispielsweise der Einkauf von Rohware viel Kapital: Unternehmen müssen diese bei Import oft sofort bezahlen, deswegen ist die Liquidität in Form von Rohware gebunden. Wenn dann der Umsatz einbricht, etwa wegen Lockdowns oder geringeren Konsumausgaben, bleibt ein hoher Warenbestand und wenig verfügbare Liquidität. Zusätzliche Liquidität ist daher unbedingt notwendig, aber für eine Bankenfinanzierung sind gerade in Deutschland viele Unternehmen noch zu jung. Hier kommt ein Frühzahlerprogramm zwischen Lieferanten und Abnehmern ins Spiel.

Thorsten Klindworth: Können Sie uns Dynamic Discounting näher erklären?

Markus Rupprecht: Dynamic Discounting ist ein effizientes und leicht zu nutzendes Instrument für mehr Liquidität.

Den typischen Skontoabzug i.H.v. 2-3% bei Bezahlung innerhalb einer vorgegebenen Frist kennen wir alle. Mit Dynamic Discounting geht es deutlich flexibler, denn dadurch kann zu jedem beliebigen Tag bis zum tatsächlichen Fälligkeitsdatums der Rechnung ein Skonto mit für Abnehmer und Lieferant gleichermaßen interessanten Konditionen angewendet werden. Der Lieferant muss dadurch nicht mehr bis zum Ende des vereinbarten Zahlungsziels auf sein Geld warten und der Abnehmer investiert in die eigene Wertschöpfung. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten, denn je stabiler der Lieferant finanziert ist, desto robuster ist die Lieferkette.

Thorsten Klindworth: Ein spannender Ansatz. Das geht ja dann auch ein wenig in die gleiche Richtung wie unser SCF-Produkt quickpaid. Wo sehen sie hier die größten Unterschiede zwischen Dynamic Discounting made by Traxpay und quickpaid made by. A.B.S.?

Markus Rupprecht: Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Dynamic Discount in der Regel von einem großen Käufer initiiert wird, der seine eigene Liquidität bereitstellt, während der meist eher mittelständisch geprägte quickpaid-User bei vorzeitiger Zahlung seiner Rechnungen auf eine externe Finanzierung durch A.B.S. zurückgreift und sich hierüber zusätzliche Liquiditätsspielräume verschafft.

Bei Dynamic Discounting werden alle Rechnungen, die der Käufer akzeptiert hat, dank ERP-Integration auf der Plattform bereitgestellt. Somit haben seine Lieferanten einen vollen Überblick über offene Rechnungen und können selbst bei Bedarf eine oder mehrere Rechnungen beschleunigen und werden nicht rechnungsspezifisch kontaktiert. Der Impuls, wann und wie viele Rechnungen beschleunigt bezahlt werden sollten, geht also vom Lieferanten aus und nicht – wie bei quickpaid – vom Käufer.

Bei quickpaid entscheidet der Käufer, welche Rechnungen er finanzieren möchte. Dabei ist er bei jeder einzelnen Rechnung flexibel in Bezug auf die Verlängerungsperiode des Zahlungsziels, an dem sich auch der zu bezahlende Diskont auf den Rechnungsbetrag ausrichtet. Es ist ein fester Diskontsatz.

Bei Traxpay wird die Höhe des Diskonts vom Käufer bestimmt. Traxpay bietet sogar die Möglichkeit, dass alle Rechnungen sofort und ohne weitere Aktion der Lieferanten vorfällig beglichen werden. Auf unserer Plattform entsteht ein Ecosystem, sodass neue Käuferunternehmen oft schon auf ongeboardete Lieferanten zurückgreifen können, die schon mit den Funktionalitäten der Plattform vertraut sind. Grundsätzlich richtet sich Traxpay mit seinem Produktangebot an größere Käufer, während quickpaid eine flexible Einkaufsfinanzierung für kleine und mittlere Unternehmen anbietet.

Für jede Liquiditätssituation gibt es eine Lösung

Thorsten Klindworth:  Welche Rolle spielen Plattformen und ein 360°-Working-Capital-Management?

Markus RupprechtInsbesondere flexible Plattformen können für jede Liquiditätssituation Abhilfe schaffen: Sollte der Abnehmer keine eigene Liquidität einsetzen können oder wollen, so kommt Reverse Factoring ins Spiel: Ein Finanzierungspartner, in der Regel die Hausbank des Abnehmers, kauft die ausstehenden Rechnungen von den Lieferanten ab. Dadurch erhält der Lieferant die Möglichkeit, Liquidität bei Bedarf durch den Verkauf einzelner oder automatisch sämtliche Rechnungen an die Bank zu verkaufen. Der Abnehmer verbessert seinerseits seine Liquiditätssituation durch verlängerte Zahlungsziele, die ihm der Lieferant einräumt.

Die Vorteile von Supply Chain Finance

Neben den positiven Effekten auf die Liquiditätssicherung und damit die Resilienz der Wertschöpfungskette liefern SCF-Instrumente zusätzliche Vorteile: So werden durch SCF-Programme, die i.d.R. auf mehrere Jahre ausgelegt sind, die Beziehungen zwischen Lieferanten und Abnehmer gestärkt. Wenn Abnehmer ihre oftmals stärkere Bonität und/oder Liquiditätssituation an ihre Lieferanten weitergeben, entsteht eine dauerhafte Vertrauensbasis, die größere Spielräume bei Vertragsverhandlungen sichert. Längere Zahlungsziele und Preiszugeständnisse sind nur zwei mögliche Auswirkungen.

Bei 360°-Working-Capital-Management-Plattformen wie Traxpay bekommen Unternehmen zudem die Möglichkeit, mit dem SCF-Instrument Digital Forfaiting schnell und bequem zusätzliche Liquidität zu generieren, indem sie ihre offenen Forderungen regresslos an Finanzierungspartner verkaufen und direkt den vereinbarten Verkaufspreis erhalten. Diese Form der digitalen Forfaitierung ist besonders flexibel, weil Zeitpunkt und Höhe der Liquiditätsgenerierung selbst bestimmt werden können. Auf diese Weise können Unternehmen durch den regresslosen Verkauf ihrer Forderungen die Debitorenlaufzeit reduzieren und somit den Umsatz ausweiten. Für Abnehmer können die Zahlungskonditionen attraktiver gestalten werden und dank des regresslosen Verkaufs entfällt das Ausfallrisiko im Forderungsbestand.

Auf der Traxpay Plattform können Lieferanten ihr SCF-Programm mit dem neuen SCF-Tool Digital Guarantees erweitern, um Zahlungsrisiken zu reduzieren und ihre Forderungen gegen Zahlungsausfälle abzusichern. Mit Digital Guarantees haben sie im Gegensatz zur Warenkreditversicherung, die typischerweise für mindestens ein Jahr und für das gesamte Jahresumsatzvolumen abgeschlossen wird, eine hinsichtlich Laufzeit und Versicherungshöhe individuell maßgeschneiderte Lösung. Die Lieferanten bestimmen nach ihren tatsächlichen Bedürfnissen selbst Zeitpunkt, Laufzeit und Höhe der Zahlungssicherung. Dabei können sie von der guten Bonität des Abnehmers profitieren, der die Absicherung des Zahlungsrisikos aktiv und bedarfsgerecht zusammen mit seiner Hausbank oder einer Partnerbank der Plattform sicherstellt.

Thorsten Klindworth: Wie sehen Sie das Zusammenspiel von SCF-Tools und Absatzfinanzierungsinstrumenten wie Factoring?

Markus Rupprecht: Unserer Überzeugung nach sollte eine Plattform ein 360°- Working-Capital-Management anbieten: Das bedeutet, dass möglichst viele SCF-Instrumente auf einer Plattform ohne großen Integrations- bzw. manuellem Aufwand kombiniert werden sollten. Dazu gehören Instrumente für die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sowie Möglichkeiten zur (Zahlungs-)Risiko-Absicherung. Die entsprechenden Instrumente sollten Unternehmen bei jedem Schritt entlang der gesamten Wertschöpfungskette nutzen können. Nur die Kombination möglichst vieler Werkzeuge für alle an der Wertschöpfung Beteiligten sichert ein effizientes 360°-Working-Capital-Management vom Risikomanagement bis zur Liquiditätsbereitstellung.Traxpay bietet Lösungen für Unternehmen sowohl in ihrer Rolle als Debitor (Dynamic Discounting & Reverse Factoring) als auch als Kreditor (Digitaler Forderungsverkauf/Digital Forfaiting). Digital Forfaiting ermöglicht es, einzelne und ausgewählte Forderungen regresslos, ohne Andienungspflicht und ohne Kreditversicherung an Investoren verkaufen zu können.

Thorsten Klindworth: Factoring kann hier durchaus eine sinnvolle Ergänzung im Sinne des 360°-Ansatzes sein, insbesondere nämlich dann, wenn der Kreditor wünscht, seine ständig entstehenden und sämtlichen Forderungen fortlaufend in sofortige und planbare Liquidität umzuwandeln. Das Angebot von Traxpay richtet sich ja eher an größere Unternehmen. Wir bei der A.B.S. Global Factoring AG sind daher eine perfekte Ergänzung, um den Liquiditätsbedarf für kleinere und mittlere Unternehmen zu decken. Dort ist auch das Full- Service-Angebot ein echter Added Value.

Ich bedanke mich für das Gespräch und diese interessanten Ausführungen, Herr Rupprecht.

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Zur Person

Markus Rupprecht ist CEO von Traxpay, einer schnell wachsenden Plattform für Supply Chain Finance. Er begann seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Bank und war danach bei verschiedenen Technologieunternehmen tätig. Im Jahr 2009 gründete er Traxpay, zu einer Zeit, als der Begriff FinTech noch gar nicht existierte. Die Idee: Eine „Platform of Choice“ für Unternehmen, Lieferanten und Banken.

Über Traxpay:
Traxpay ist eine schnell wachsende Online-Plattform für Lieferantenfinanzierung, die mit einem Multibanken-Ansatz aus Europa heraus global agiert und schon heute Lieferanten in über 30 Ländern bedient. Mit der Mission, die „Platform of Choice“ für Käufer, Lieferanten und Banken zu werden, ermöglicht Traxpay Unternehmen ein einfaches, sicheres und nachhaltiges Working Capital Management mit allen gängigen Instrumenten der Lieferkettenfinanzierung.

Etablierte Finanzinstitute wie die Deutsche Bank, DZ Bank, Nord/LB, LBBW, Raiffeisen Bank International  oder die KfW IPEX-Bank vertrauen der Finanzierungslösung von Traxpay und pflegen strategische Partnerschaften mit dem Unternehmen. Durch ein neues Sustainable-Supply-Chain-Finance-Programm können Plattformnutzer die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten finanziell incentivieren.